Katholische Soziallehre I. – Allgemeines

Hiermit sei eine neue Reihe angefangen über die Katholische Soziallehre. In diesem ersten Beitrag soll die Frage behandelt werden was die Soziallehre ist und was sie umfasst. Die einzelnen Grundsätze sind in Einzeldarstellung zu behandeln.
In vielen Diskussionen hören wir oft den Begriff des „christlichen Menschenbildes“. Noch öfter hören wir den Ausruf eine bestimmte Maßnahme und Handlung sei „unchristlich“, aber nicht in einem moralischen Sinne wie z.B. Ehebruch, sondern in einem gesellschaftlichen. Die Regierung verhalte sich z.B. unchristlich.
Freilich werden diese Begriffe natürlich inflationär und oft falsch benutzt. Leider wird oft schlicht christlich mit sozialdemokratischer Sozialpolitik gleichgesetzt – ein Irrtum, dem leider sogar das deutsche Episkopat oft genug anhängt.
Aber was ist die Katholische Soziallehre? Was sind ihre Grundsätze und was heißt „unchristlich“ in einem gesellschaftlichen Sinne? Die Soziallehre behandelt nicht Fragen der Sexualmoral oder der Tugend. Sie behandelt diese Fragen höchstens indirekt, d.h. in dem Maße wie diese in den Bereich der Gesellschaft einwirken.
Die Soziallehre meint alsi die gesellschaftlichen Doktrin des Katholizismus. Also Dinge wie Eigentum, Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und ähnliches. Dabei muss man bedenken, dass die Kirche keine politische Organisation ist, wie sie z.B. die Befreiungstheologen haben wollen. Die Kirche befasst sich mit den Dingen der Ewigkeit und nicht mit der Tagespolitik.
Das heißt aber natürlich auch nicht, dass die Kirche indem Sinne unpolitisch ist, dass sie nur zuschaut. Die Kirche darf und muss (!) politische Irrtümer bekämpfen, wobei schon Carl Schmitt sagte: „Alle prägnanten Begriffe der modernen Staatslehre sind säkularisierte theologische Begriffe“1
Wenn also z.B. Johannes-Paul II. sich gegen den Kommunismus einsetzte, so tat er dies mit Recht. Denn die Katholische Kirche ist universell (katholisch = griechisch für allgemein/ universell) und insofern betrifft ihre Lehre auf die Gesellschaft.
In einem Satz zusammengefasst: die Katholische Soziallehre ist jener Teil der katholischen Lehre, der sich mit Staat, Gesellschaft und Politik befasst.

1 Carl Schmitt – Politische Theologie, S. 43

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