Gegen Wiedergeburt

Wenn man Menschen fragt was nach dem Tod ist gibt es vier populäre Aussagen: 1. Nicht Wissen, 2. Endgültiges Aus (Materialismus/ Atheismus), 3. Himmel/Hölle und 4. Wiedergeburt (Reinkarnation). Der Gedanke der Wiedergeburt ist ein populärer Gedanke, der vor allem in Beziehung zu den östlichen Philosophien steht, die nach de Westen gekommen sind und viele Europäer begeistern.
Ist Reinkarnation aber eine vernünftige Lehre? Ich glaube nicht. Aus mehren Gründen heraus erscheint mir die Idee einer Wiedergeburt als höchst unwahrscheinlich. Der Materialist freilich würde einwerfen die Seele sei nicht unsterblich. Mit dieser These haben wir uns an anderer Stelle beschäftigt. Mich treiben vor allem zwei Argumente dazu, die Reinkarnation abzulehnen:

I. Schlechtes Karma:
Wie mit fast allen Jenseitsvorstellungen hängt mit der Reinkarnation der Gedanke der Strafe und des Lohns zusammen. Das führt dazu, dass es als Strafe gilt arm zu sein oder als Tier geboren zu sein. Wer dagegen reich geboren ist, war im vorherigen Leben gut. Alle anderen haben schlicht „schlechtes Karma.“ Daher ist es nicht verwunderlich, dass in Indien sich eine so starke Kastengesellschaft bilden konnte, die Jahrhunderte nicht aufgebrochen wurde. Denn die Mitglieder niederer Kasten haben schließlich ihr Leben so verdient. Ein Verändern wäre eine Rebellion gegen das Prinzip von Lohn und Strafe. Vor allem erscheint es mir sehr widersprüchlich, dass die Anhänger der Reinkarnation die Tierliebe predigten, aber gleichzeitig lehren böse Menschen würden als Tiere wieder geboren.
Zusammenfassend kann man daher sagen, dass die Reinkarnation eine Unmoral impliziert. Leidende, Unterprivilegierte, Behinderte usw. verdienen ihr Dasein, weil die schlechtes Karma angehäuft haben. Das konsequente Durchdenken dieser Lehre führt dazu einer einer Kastengesellschaft mit strikter Trennung und elitärer Herrschaft.

II. Das Ich
Anhänger der Reinkarnation formulieren oft Sätze wie: Vielleicht war ich mal eine Katze oder vielleicht war ich mal ein Ritter im Mittelalter. Mir bereitet das Wort „Ich“ Ungehaben. Denn wo ist das Ich, wo ist die Identität. Wenn ich Katze, Ritter, Rose, Fisch und moderner Mensch bin, wo ist der rote Faden der Identität? Wo ist das Selbst? Denn alle diese Erscheinungen sind unterschiedlich und höchst gegensätzlich. Wie soll man gleichzeitig furchtloser Soldat und Fluchttier sein? Das Selbst bestünde dann nur aus geistiger Masse, die in den verschiedenen Körper wechselt. Von einem Ich kann nicht die Rede. Die Wiedergeburt wäre nur ein geistiger Pendant zur materiellen. Denn mein Körper wird von Würmern gefressen. Das Fressen wird in ihre Zellen umgewandelt usw. Da keine Materie verloren geht, kann ich sagen, dass meine Zellen irgendwann mal die Nase eines Affen bilden. Darin liegt aber weder eine Form der Unsterblichkeit, noch der Wiedergeburt. Außerdem stellt sich die große Frage des Sinns. Worin besteht der tiefere Sinn, wenn wir einfach immer in andere Formen reinkarnieren.

Wesentlich aus diesen beiden Argumenten heraus lehne ich die Reinkarnation ab und halte sie für höchst unwahrscheinlich. Sollte sie doch wahr sein, kann ich nur hoffen, dass dieser Text nicht in negativer Weise meinem Karma Konto zugerechnet wird.

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