Rock in der Messe. Das Ende der Kirche

Leere Kirchen, schwindende Mitgliederzahlen. So wird oft das Bild der Kirche(n) gemalt. Was tun? Quo vadis fragen viele zu Recht. Eine Gruppe sagt: man muss auf die Leute zu gehen. Machen wir die Messe doch poppiger! Warum nicht Rock, Pop oder Techno in der Messe? Das führt doch die jungen Leute in die Messe! Euphorisch wird dies als Lösung verkündet.

Aber lassen sie uns diese Haltung genauer unter die Lupe nehmen. Diese, auf den ersten Blick, nebensächliche Haltung, berührt die Grundfesten der Kirche. Denn es handelt sich nicht um eine einfache Frage, wie „Singen wir in der Messe Lied A oder Lied B“ oder „Lieber 4 Kerzen als 3.“ Ganz im Gegenteil. Diese Idee bedeutet das Ende der Messe und der Kirche.

Nicht weil Rockmusik irgendwie schlechter oder besser wäre. Nicht weil die Kirche Techno nicht leiden kann. Über Musik urteilt die Kirche nicht. Jeder soll den Musikgeschmack haben den er will.  Es ist eine theologische und keine musikalische Frage.

Aber worum geht es dann? Warum ist Rock das Ende der Kirche? Die Antwort wird klar, wenn man sich bewusst macht, dass es eigentlich gar nicht um Musik geht. Es geht nicht um Rock oder Pop. Es geht um die Frage was ist die Kirche? Hure oder Lehrerin?

Oder anders gesagt: Qualität oder Quantität? Denn wir müssen doch den Kontext begreifen, indem die „Rockfrage“ steht. Sie nicht doch nicht leer im Raum. Sie steht im Zusammenhang einer Neuordnung der Kirche als nette Gemeinschaft. Man will dadurch Mitglieder werben. Aber es geht noch nicht um pure Zahlen, sondern um wirklich Gläubige. Leider sieht die modernistische Theologie das anders: man fastet, weil es heilende Wirkung hat. Betet tut man, weil es sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Die Beichte ist nur wegen ihrer schönen psychologischen Effekte dar. In die Kirche geht mal, wegen der schönen Gospel-Musik. Übrigens sollte sich der Deutsche mal fragen was das heißt: Evangelium. Eine Größe der Gospel-Musik, Edwin Hawkins, sagte daher: „Aber wissen Sie, Gospel ist nicht der Sound, der Klang – es ist die Botschaft. Wenn es von Jesus Christus handelt, ist es Gospel.“

Die Evangelische Kirche in Westfalen schalte vor längerer Zeit auf ihrer Website eine Rubrik: „Warum evangelisch?“ Da waren Sachen wie: „Weil ich mitbestimmten darf“ oder „weil auch Frauen etwas zu sagen haben.“ Wenn Sie sich die Website weiter ansehen, dann kommt Christus erstaunlich wenig, aber Dinge wie soziale Gerechtigkeit, Atomkraft, Kapitalismuskritik und Einsatz für den Frieden in Nahost beachtlich oft vor. Auch der Evangelische Kirchentag war mehr eine Versammlung von Atomkraftgegnern, Pazifisten und Leuten, die meinen man müsse sie Unterschiede zwischen Mann und Frau komplett zerstören.

Zwar ist die EKD schwerer befallen, aber auch der Katholizismus ist davon betroffen. Nehmen Sie Personen wie Anselm Grün. Er ist Dominikaner und nimmt sich Elemente aus dem Buddhismus und mischt einen Friede-Freude-Eierkuchen-Katholizismus, indem Jesus neben Buddha steht und es darum geht, dass wir uns gut fühlen. Erlösung fehlt. Sie wird nur als Befreiung von Angst oder Schmerz empfinden. Die Kirche ist damit zur Dienerin geworden, die nur nett helfen soll. Von Erlösung im übernatürlichen Sinne steht dort nichts mehr. Es soll einem besser gehen. Darum würde es gehen. Wobei man sich natürlich fragen wann, warum, wenn Christentum so gesund ist, Jesus mit 33 gestorben ist.

Aber die Frage ist doch: Warum glauben wir? Weil wir es für wahr halten. Warum beten wir? Weil wir eine persönliche Beziehung zu Christus haben. Warum beichten wir? Weil wir gesündigt haben. Warum gehen wir zur Messe? Um uns mit Christus zu vereinen. Warum sind wir Christen? Weil wir mit, in und durch Christus leben und ihn lieben.

Dass das fatal ist, kann man an einem konkreten Beispiel zeigen: Was würden Sie von Ihrem Ehepartner halten, wenn er ihnen sagt, er sei nur mit ihnen zusammen, weil es positive Wirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden habe. Was würden sie denken? Er liebt mich doch gar nicht! Es geht ihm um sich, nicht um mich!

Diese falsche Theologie hat sich zum Grundsatz gemacht, das Gefühl sei alles. Zu Recht sprach der katholische Psychotherapeut Raphael Bonelli von einer Dogmatisierung des Gefühls. Das Bauchgefühl, das subjektive Empfinden, sei das entscheidende Kriterium. Bei der Frage was zu glauben ist, geht es mehr warum was die Bibel sagt, sondern was ich fühle. In Vers so und so steht ganz klar eine Lehre, aber man sagt: Mhm, nein das fühle ich aber ganz anders. Es ist eine Beliebigkeit schlimmster Art.

Die Frage Rock oder nicht berührt somit die Grundfesten des Glaubens. Es geht nicht um die Frage Schlagzeug oder Orgel, sondern um die Frage Christ oder Nicht-Christ. Um nichts anderes. Es geht um die Frage warum wir Rock Musik wollen. Wollen wir sie, weil wir sie für eine musikalische Bereicherung halten oder um nur Mitglieder zu werben, die dann nicht wegen Christus kommen, sondern nur wegen der Musik oder sonst was. Dne Vertretern dieser These ist die Kirche ein Instrument, eine Götze. Sie existiert nur für ihre psychologischen, körperlichen und sonstigen Bedürfnisse. Man fühlt sich gut und darauf kommt es an.

Im Christentum geht es aber nicht um ein lasches und lockeres sich gut fühlen. Es geht um die Nachfolge Jesu Christi – bis an das Kreuz…

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