Die fünf Anklagen gegen den Sozialismus

Die große Aufgabe des 19. und 20. Jahrhunderts für die Liberalen war der Sozialismus. Er war die große politische Kraft, die diametral dem Liberalismus entgegen stand; es galt ihn – und seine Unterarten – zu widerlegen. Große Köpfe machten sich an diese Aufgabe und schufen große Werke, mit denen sie sich wohlverdient in die Reihe der großen Klassiker einreihen dürfen. Durch ihre Taten können wir heute den Sozialismus als widerlegt betrachten. Spätestens seit 1922, in dem Jahr in dem Ludwig von Mises sein Buch „Gemeinwirtschaft“ veröffentlichte und ein für alle Mal den Sozialismus verschlug.
Leider jedoch verloren die Liberalen den politischen Kampf und mussten zusehen wie Deutschland, Italien u.a. dem faschistischen Etatismus, und Russland und Osteuropa dem Marxismus anheimfielen. Es sollte dauerte zwar noch circa 70 Jahre bis der real existierende Sozialismus tatsächlich zerbrach, aber er war schon theoretisch zerschlagen und sein Ende war allen die die Argumente kannten klar.
Die fünf großen Vorwürfe gegen den Sozialismus, die bis heute nicht widerlegt werden konnten, hat kompakt Wilhelm Röpke formuliert: 1. Unfähigkeit die Wirtschaft zu organisieren, 2. Unvereinbar mit Freiheits- und Rechtsidealen, 3. Verschärfung, statt Lösung des Monopolproblems, 4. Unvereinbarkeit mit der internationalen Gemeinschaft und 5. Inflation.1

I. Wirtschaftsrechnung:
Der erste Vorwurf ist die Unfähigkeit die Wirtschaft befriedend zu organisieren. Das heißt der Umstand, dass Sozialismus immer Misswirtschaft heißt. Den wesentlichen Grund dafür hat er besagte Ludwig von Mises 1922 formuliert: es liegt an der Unfähigkeit des sozialistischen Systems zu Wirtschaftsrechnung.
Unsere Wirtschaft ist gekennzeichnet durch Knappheit. Jede Wirtschaftsform (egal ob kapitalistisch, sozialistisch, keynesianisch, freiwirtschaftlich usw.) lebt von Knappheit; es ist ein ewiges Gesetz. Weil wir also nur begrenzte Mittel haben müssen wir abwägen. Daher lassen sich „alle wirtschaftlichen Erwägungen und Akte …. schließlich als ‚Haushalten‘ charakterisieren.“2 Die große Frage ist natürlich an Hand von welchem Kriterium? Man könnte vielleicht sagen der Wert. Aber das vergisst, dass das ökonomische Wert subjektiv ist. Zu Unrecht meinten die Klassiker (z.B. Adam Smith) und später Karl Marx es gäbe so etwas wie einen taxierbaren ökonomischen Wert, abgeleitet vom Wert der Arbeit. Die Volkswirtschaftslehre ist weit davon entfernt in der Wirtschaft eine starre Gesetzmäßigkeit zu betrachten. Wert ist daher subjektiv. Ein Beispiel: die alte Goldkette meiner Mutter wird mir viel mehr wert sein, als dem Juwelier der sie für wertlos hält. Der Religiöse wird die Ikone in tiefer Verehrung halten, der Atheist hält sie für wertlos und wird sie auf den Müll. Das gleiche gilt für den Nutzen. Das Gesetz des abnehmenden Grenznutzen zeigt deutlich die Subjektivität des Nutzen. Denn der Nutzen eines zusätzlichen Gutes nimmt ab, je mehr ich von dem Gut habe. Der Nutzen eines Glas Wasser ist für einen fast Verdursteten weit mehr nützlich, als für jemanden der gerade fünf Gläser getrunken hat.
Wir müssen letztlich die verschiedenen Alternativen auf die Ergiebigkeit untersuchen, also die Frage wie groß die Wertschöpfung, wie hoch der Gewinn ist. Da Wertschöpfung nichts spezifisch kapitalistisches ist, ist auch der Gewinn kein Charakteristika des Kapitalismus. (siehe: „Was ist Kapitalismus?“)
Wie kann man nun A mit B vergleichen? Es bleibt natürlich nur die Zahlen. Zum Rechnen und zum Vergleichen braucht man Preise. A bringt mehr Wertschöpfung als B, also ist A vorzuziehen. Diese „Zahlen“ sind nichts willkürliches, nichts ablesbares wie die Temperatur. In der Marktwirtschaft entstehen die Preise auf dem „Markt“, also dadurch dass die einen anbieten und die anderen nachfragen. In diesem Hin und Her entstehen Marktpreise, mit denen man rechnen kann, die die Knappheiten widerspielen und so den Marktteilnehmern Informationen geben.
Das fundamentale Argument bei Mises ist nun dass der Sozialismus keine Preise hervorbringt. In der Marktwirtschaft haben wir das Preissystem, im Sozialismus haben wir eine wie auch immer geartete öffentliche Institution (Behörde, Regierung, direkte Wahl, Parlament usw.). Der Institution fehlt der Mechanismus um Preise zu bilden, die der wirklichen Knappheit, sowie Angebot und Nachfrage, entsprechen; damit „kann man nicht mehr rechnen.“ 3 In diesem System gehen die Preise, die Informationen an die Unternehmen geben, verloren. Es ist als hätte man der Wirtschaft die Augen ausgestoßen: sie läuft blind gegen die Wände.
Dieses Argument der Wirtschaftsrechnung widerlegt die Sozialisten und alle jene Enttäuschten, die meinen Kommunismus sei nur wegen der Boshaftigkeit der Menschen unmöglich: selbst wenn die Menschen Engel wären, ohne Preise man kann nicht rechnen. Alle Sozialisten daher die sich mit diesem Argument beschäftigt haben, sind von der Orthodoxie abgefallen: Oskar Lange z.B. setzte sich damit auseinander und musste einen „Marktsozialismus“ konstruieren, der natürlich ebenso nicht funktioniert.
Wenn wir die Wirtschaftsrechnung betrachten müssen wir feststellen, dass die vermeintlich ausgefuchste und streng rational geplante Planwirtschaft „unglaublich plump, primitiv und unzureichend“4 ist. Der Umstand also, dass es im Sozialismus keine oder nur fehlerhafte Preise gibt, hat Misswirtschaft zur Folge, weil der notwendige Informationen fehlen, die aus dem Preissystem kommen, dass der Markt hervorbringt.

II. Kapitalismus und Freiheit:
Milton Friedman veröffentlichte 1962 sein berühmtes Werk „Kapitalismus und Freiheit“, das eine Art Manifest seiner Überzeugung darstellte, für die er bis zu seinem Tod 2006 eintrat.Die erste und zentrale These, die namensgebend für das Buch war, ist die enge Beziehung von Freiheit und Kapitalismus. Es gibt keine politisch-gesellschaftliche Freiheit ohne wirtschaftliche Freiheit. Das ist allein schon historisch so. Wir haben kein Land, dass zwar politische Freiheit hat, aber sozialistisch ist. Wir haben Länder ohne politische und wirtschaftliche Freiheit, wie z.B. Nordkorea. Es gibt auch Länder ohne politische, aber dafür mit wirtschaftlicher Freiheit, wie u.a. China oder das frühe UK. Es gibt aber kein Land, das zwar politisch frei, aber keinen Kapitalismus hat. Es ist zwar nicht überall wo Kapitalismus ist Freiheit, aber überall wo Freiheit ist ist auch Kapitalismus.
Dieser These stimmen auch die Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft zu: Röpke sagt „die Marktwirtschaft ist daher einer liberalen, d.h. die Freiheitsrechte des Individuums respektierenden Gesellschaftsstruktur zugeordnet, die kommandowirtschaftliche Planwirtschaft jedoch notwendiger einer illiberalen.“5 Dem stimmt auch Ludwig Erhard zu, wenn er sagt „Demokratie und freie Wirtschaft gehören logisch ebenso zusammen wie Diktatur und Staatswirtschaft.“6 Freiheit ist daher als wesentlich unteilbar zu betrachten. Daher ist die sozialistische Parole „Freiheit statt Kapitalismus“ ein Widerspruch in sich selbst. Das wird allein schon daran deutlich, wenn wir uns fragen was „wirtschaftliche Freiheit“ bedeutet. Es heißt die Freiheit das zu konsumieren und das zu produzieren was man will. Im Sozialismus haben wir, sofern er überhaupt in der Lage ist uns die Güter zur Verfügung zu stellen, die autoritäre Herrschaft der Planer oder die Tyrannei der Mehrheit über die Minderheit. Wenn der Staat die Wirtschaft übernimmt, die Produktion übernimmt und die Produkte verteilt (Zuteilung der Produkte ist wesentlich für den Sozialismus!) haben wir gar keine Freiheit über unser Leben. Der autoritäre Staat ist schon schlimm genug, aber ein Staat der sogar Arbeit, Konsum, Sparen – schlicht die gesamte Wirtschaft kontrolliert – ist die schlimmste Art von Totalitarismus die es gibt, denn der Staat bestimmt auch darüber was wir essen, trinken, im Fernsehen sehen usw. All das fällt unter ‚wirtschaftliche Freiheit‘.
Dazu kommt noch die sozialistische Verachtung des Rechts; Marx hielt das Recht für bourgeois; die marxistische Diktatur des Proletariat heißt unbeschränkte Herrschaft der Arbeiterklasse – Absolutismus wie die Fürsten, nur durch das Proletariat. Die sozialistische Wertegemeinschaft tritt an die Stelle des Rechtsstaat. Da in einem Rechtsstaat das Recht verbindet, in einer Wertegemeinschaft die Werte, folgt daraus notwendigerweise „dass jemand nur als Mitglied der Gruppe Ansehen genießt, d.h. nur, wenn und insoweit er für die anerkannte Kollektivziele arbeitet, und daß das eine ganze Menschenwürde sich nur aus dieser Mitgliedschat und nicht aus eigener Eigenschaft als Mensch ergibt.“7 (Siehe auch: Rechtsordnung oder Wertegemeinschaft?)

Zudem ist Sozialismus mit Demokratie unvereinbar; allein schon die Tatsache, dass er die „Diktatur des Proletariats“ anstrebt. Die Herrschaft einer einzigen Klasse in Diktatur ist mit einer freien Demokratie nicht zu vereinbaren. Der Klassenkampf „unterhöhlt … den modernen Staat“8, indem er ihn zerstückelt. Es gibt ein Volk mehr, dass in einer freien und einheitlichen Wahl bestimmt, sondern bloß noch die verschiedenen Klassen. Es wäre höchstens eine Klassendemokratie. Auch das revolutionäre Element des Sozialismus macht es unmöglich zu wählen; „durch den revolutionären Charakter seines Programms … stellt sich … der Sozialismus außerhalb des Rahmens der fundamentalen Bedingungen, die die Demokratie stillschweidend voraussetzen muß. Er schafft wirtschaftliche Tatsachen, die die Freiheit der Wähler in Frage stellen … er revolutioniert die Grundalgen der Gesellschaft, aber wie kann man alle fünf Jahre für eine Revolution und seine Gegenrevolution stimmen?“9 Darüber hinaus ist umfassende Demokratie unmöglich. Es ist schon heute schwer genug einen Konsens zu erzielen. Soll der Staat aber alles regulieren, wird der Konsens immer schwerer zu finden. Eine solche allumfassende Demokratie bräuchte „eine umfassende Werteskala, auf der jedes Bedürfnis jedes einzelnen seinen Platz erhält.“10 Je größer der Staat und seine Befugnisse werden, desto größer splitten sich die Meinungen auf; daher „können [wir] leider die Sphäre gemeinsamer Aktionen nicht unbegrenzt ausdehnen und trotzdem dem Individuum die Freiheit in seinem eigenen Bereich lassen.“11 Das zeigt uns wo die jakobinische Massendemokratie des Sozialismus hinführt: die „Mehrheit“ erzwingt die Gemeinsamkeit der Werte; es endet wohl mit Rousseau, der einen unfehlbaren „Gemeinwillen“ postulierte, der nicht unbedingt identisch sei mit der Summe der Meinungen der Menschen. Alle sie sich aber gegen den Gemeinwillen richten, er erwähnt speziell die Christen, seien zu töten.
Eine sozialistische Regierung ist daher immer zu gleich unliberal und baut auf Zwang auf. Je stärker der wirtschaftliche Niedergang wird, desto stärker wird die Tendenz zum Zwang, um Kritik und Konterrevolution zu vermeiden. Es darf an diesem Punkt kein Zweifel bestehen; alle sozialistischen Theorien beinhalten den Zwang. Sogar der vermeintlich liberale Sozialismus der 68-er. Dutschke war z.B. der Auffassung, dass „ Konterrevolutionäre nicht wieder auf legale Weise die Revolution in Frage stellen können“12 nachdem die Revolution begonnen habe.

III. Monopolisierung:
Einer der größten Paradoxien des Sozialismus ist die Frage der Monopole. Liberale wie Sozialisten kritisieren und streiten gegen sie. Während der Liberale die Auflösung und Wettbewerb fordert, will der Sozialist das staatliche Monopol. Es ist schon bemerkenswert wie man als Rezept gegen Monopole, ein einziges Staatsmonopol empfehlen kann. Denn „Verstaatlichung [ist] nicht nur keine Lösung des Problems des Eigentums, sondern seine äußerte Verschärfung.“13 Insofern ist Kollektivismus nicht nur nicht die Lösung des Monopolproblems, sondern „geradezu als einen ‚Pan-Monopolismus’“14 zu definieren.
Man muss sich darüber klar sein, dass das staatliche Monopol viel schlimmer ist als alle privaten. Zumal wir in unser heutigen Wirtschaft keine privaten Monopole, sondern „nur“ Kartelle finden. Bei privaten Monopolen, die niemals die ganze Wirtschaft umfassen, kann man wenigstens ausweichen.
Die heute viel kritisierte vermeintlich oder tatsächlich stärkere Stellung der Arbeitgeber würde noch verschärft, denn die „Abhängigkeit der Arbeiter [wäre] noch weit größer.“15 Dieser eine staatliche Arbeitgeber wäre „zugleich mit der Regierung, der Polizei, der militärischen Autorität und den Gerichten identisch.“16 Da der Satz gilt „Wessen Brot ich es, dessen Lied ich sing“ wird kein Arbeitnehmer gegen einen Arbeitgeber aufbegehren, der das ganze Leben beherrscht. In der ‚DDR‘ haben wir auch sehen wie Kindern von Dissidenten das Studieren verboten wird. Auch die freie Preise hängt am Kapitalismus, denn ohne wirtschaftliche Freiheit kann niemand einfach eine eigene Redaktion gründen; „eine freie Presse kann nur dort existieren, wo die Kontrolle der Produktionsmittel in privaten Händen liegt.“17

Kollektivismus der Wirtschaft hat also einen allmächtigen Staat zur Folge. Röpke geht sogar zu weit zu sagen, dass die Verstaatlichung der Schlüsselindustrien (man denke daran, dass eine Forderung der Linkspartei ist) zur Folge hätte „daß ein solcher Hitler nicht einmal mehr darauf angewiesen wäre dumme oder skrupellose Industrielle zu überreden. Er bräuchte nur noch Ministerialräte anzubrüllen. Wer in einer solchen verstaatlichen Wirtschaft den Staat beherrscht, würde über eine Macht verfügen, um die Hitler zunächst noch jahrelang hat ringen müssen.“18 Diese Machtballung unterstreicht noch einmal Punkt 2.

IV. Internationale Gemeinschaft:

Ebenso wie mit der Frage der Monopolisierung führt die sozialistische Politik auf internationaler Ebene genau zum Gegenteil der linken Werte, d.h. in diesem Fall eine Zerstörung der internationalen Gemeinschaft und Isolationismus. Oder kurz: Sozialismus wird „immer ein National-Soialismus sein.“19

Dieser Umstand erwächst aus den unreformierbaren Grundsätzen und Prinzipien jedes Etatismus. Denn eine Planwirtschaft braucht den „Überblick“. Während die Marktwirtschaft ihrem Wesen nach dezentral ist, weil es nur um den lokalen Tausch geht, braucht die Planwirtschaft den Überblick, die zentrale Planung. Denn grenzsübergreifende Wirtschaft kann in einer Planwirtschaft nur dann gelingen, wenn die Regierung zentral ist. Auch dezentrale Planwirtschaft würde zur Zerstörung der Ordnung: entweder wird zentralistisch regiert und es gibt keine Vielfalt, oder es gibt regionale oder nationale Planwirtschaften die sich abriegeln und keine Einheit kennen.

Verstaatlichte Wirtschaft heißt aber „Politisierung des Wirtschaftslebens bedeutet.“20 Jede Form von Außenhandel ist zugleich die Politik beider Staaten; jeder Staat will es kontrollieren und jede sozialistische Planwirtschaft will auch diesen Teil der Volkswirtschaft regulieren, wenn sie ihren Anspruch der Universität und sozialistische Orthodoxie behalten will; das bedeutet die „schärfste Akzentuierung der Staatsgrenzen.“21 Das heißt aber auch, dass die „wirtschaftliche Wohlfahrt des Volkes zu einer Funktion der Gebietsgröße“ wird, denn „jetzt erst wird der ‚Lebensraum‘ aus einer politische Propagandaphrase oder aus dem Schlagwort profithungriger Monopolinteressen zu einem wirklichen Existenzproblem der Nation. Jetzt erst wird es wirklich ernst mit dem Kampf um Quadratkilometer, Menschen, Bodenschütze […] denn dies alles ist jetzt zur eigentlichen und unbestritten Staatsraison geworden.“ Dieser Umstand zeigt sich allein im alltäglichen sozialistischen Devisenzwang und Protektionismus.

Ein Faktor dabei ist die Nicht-Existenz eines Weltstaates. Sozialismus muss daher immer in einem Staat („Sozialismus in einem Land“) durchgeführt werden und zu mindestens in allen Ländern gleichzeitig, was aber keinen sozialistischen Weltstaat bedeutet. Das bedeutet, dass wir in sich zentralistische Staaten auf der internationalen Bühne haben. Da es leicht ist den anderen die Schuld für die Nicht-Existenz des internationalen Sozialismus zu geben, bildet sich schnell ein nationales Ressentiment heraus. Verstärkt durch das durch das wirtschaftliche Versagen des Sozialismus. Man muss dem Ausland die Schuld geben: das tun die Nordkoreaner und behaupten die USA seien Schuld am Elend.

Die Tendenz zum Nationalismus sehen wir auch in der Praxis des Sozialismus über deutlich: in der Sowjetunion kämpfte man für „Mütterchen Russland“, die Juche Ideologie in Korea verstand sich als betont koreanischer Sozialismus und die NVA verteidigte die „sozialistische deutsche Heimat.“ Die IRA war zugleich nationalistisch und sozialistisch. Bei den vielen Befreiungsbewegungen ging es immer um Isolationismus und Abgrenzung gegenüber dem Rest der Welt. (Siehe auch: „Faschismus als Zweig des Sozialismus“)

In diesem Kontext müssen wir uns auch mit dem antikapitalistischen Vorwurf auseinandersetzen, dass Marktwirtschaft und Imperialismus in engem Verhältnis stünden. Bei genauer Untersuchung ist das absolut falsch. Denn schon die Klassiker (u.a. Adam Smith) kritisieren Kolonialismus als unmoralisch und als Spiel des Adels. Viele liberale Politiker verurteilen den Imperialismus. Die oft erwähnten Schuldverhältnisse zwischen der dritten Welt und dem Westen gehen nicht auf Marktkredite zurück, sondern auch politische Kredite. Dass Afrika Zinsen zahlt an den Westen, ist ein Produkt staatlicher Eingriffe. Die Marktwirtschaft jedoch beruht auf Tausch und freier Kooperation – also auf einer Gleichwertigkeit der Partner und, wie bereits gesagt, Dezentralität.

Sozialismus verhindert die internationale Gemeinschaft und Integration, dadurch, dass er seinem Wesen nach zentralistisch ist und eine solche Ordnung nicht ohne Schaden für die Welt, auf die internationale Bühne übertragen werden kann. Schon zentralistische Nationalstaaten und Regionalbünde (z.B. EU) zeigen über deutlich die Spannungen des Zentralismus.

5. Inflation:

Allein schon der Umstand dass fast alle linken Politiker die Inflation als positiv bezeichnen und sie fördern – nämlich durch Aufweichung von Stabilitätskritierien, lockerer Fiskalpolitik und inflationärer Geldpolitik, die als Konjunkturprogramm benutzt wird. Der Grund warum Sozialismus immer Inflation bedeutet liegt vor allem in der Misswirtschaft. Diese hat logischerweise zur Folge, dass die Einnahmen sinken, während die Aussagen steigen, vor allem extreme Sozialleistungen dazu kommen. Steuererhöhungen wirken in dieser Situation kaum, weil eine Wirtschaft die nicht läuft, kann keine Steuern zahlen. Ebenso ist das durch Spareinlagen gedeckte Leihen von Geld unmöglich. Die notwendigen Mengen an Kapital sind in einer sozialistischen Misswirtschaft nicht zu finden. Das Kapital was sich findet ist in unproduktiven Zwangsinvestitionen oder wird von den Menschen gehalten, um die größte Not abzudecken. Wo soll das Geld also herkommen? Es kommt aus der Notenpresse. Die Geldschöpfung aus dem Nichts per Notenpresse muss durch Inflation bezahlt werden. Treten dazu eine Hochlohnpolitik wird die Inflation erst recht getrieben, da die Lohnerhöhungen mit Preissteigerung bezahlt werden müssen. Der Sozialismus versinkt immer tiefer in der Inflation und versucht sich durch noch Inflation zu befreien – am eigenem Schöpfe aus dem Sumpf ziehen.

*

Wilhelm Röpke hat die fünf wesentlichen Kritikpunkte am Sozialismus formuliert und sich dabei auf die breite Front liberaler Denker, zu denen er freilich selbst gehört, gestellt. Bis her haben die Sozialisten entweder sich mit diesen Punkten nicht auseinander gesetzt und ihre Gegner als „Neoliberale“ oder „Kapitalisten“ beschimpft, oder sie haben sich die Vorwürfe in Angriff gekommen – bisher konnte keine Widerlegung erfolgen. Alle Versuchen waren entweder Verleugnen, ad hominem oder das Abweichen der sozialistischen Orthodoxie zu „dritten Wegen“, die nicht nur unmöglich sind, sondern auch den Abfall vom echten Sozialismus bedeuten. Wir sind daher in der komfortablen Lage zu sagen, dass die schwere Arbeit vieler Liberaler – von Mises, Hayek, Röpke, Friedman usw. – dazu geführt hat, dass der Sozialismus widerlegt wurde. Eine Häresie ist zerschlagen, doch ihre Auswüchse bestehen fort; sie zu beseitigen ist unsere Aufgabe

1 Wilhelm Röpke – Lehre von der Wirtschaft, S. 307
2 Wilhelm Röpke – Lehre von der Wirtschaft, S. 21
3 Wilhelm Röpke – Civitas Humana, S. 52
4 Friedrich August von Hayek – Der Weg zur Knechtschaft, S. 75
5 Wilhelm Röpke – Civitas Humana, S. 38
6 Ludwig Erhard – Wohlstand für alle, S. 23
7 Friedrich August von Hayek – Der Weg zur Knechtschaft, S. 181
8 Wilhelm Röpke – Civitas Humana, S. 186
9 Wilhelm Röpke – Maß und Mitte, S. 121
10 Friedrich August von Hayek – Der Weg zur Knechtschaft, S. 83
11 Friedrich August von Hayek – Der Weg zur Knechtschaft, S., 87
12 Götz Aly – Unser Kampf. 1968, S. 92
13 Wilhelm Röpke – Maß und Mitte, S. 105
14 Wilhelm Röpke – Maß und Mitte, S. 122
15 Wilhelm Röpke – Lehre von der Wirtschaft, S. 302
16 Wilhelm Röpke – Maß und Mitte, S.106
17 Ludwig von Mises, Wurzeln des Antikapitalismus, S. 66
18 Wilhelm Röpke – Maß und Mitte, S. 107f.
19 Wilhelm Röpke – Maß und Mitte, S. 139
20 Wilhelm Röpke – Maß und Mitte, S. 122

21 Wilhelm Röpke – Civitas Humana, S. 390

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