Rücktritt des Papstes

Mit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. geschieht ein Novum in der Geschichte der Kirche: ein Papst tritt zurück. Benedikt XVI., der aus gesundheitlichen Gründen zurücktritt, wird allein schon deswegen in die Kirchengeschichte eingehen.

Aber auch für seinen unermündlichen Kampf für die Kirche; er der „Arbeiter im Weinberg des Herrn“ hat sich Jahrzehnte für die Kirche eingesetzt. Angefangen als Professor, Beteiliger des Vatikanischen Konzils, Bischof, Präfekt und schließlich fast acht Jahre als Papst.

Auf vielfältige Weise hat er die Kirche geprägt und begleitet. Hier auch wieder angefangen als Konzilsteilnehmer, der als Redenschreiber wichtige Beiträge leistete. Später als Professor mit seinem populären Werk „Einführung in das Christentum“, dass ihn letztlich berühmt machte.

Später als Präfekt der Glaubenskongregation leistete er wichtige Arbeiten: die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungen mit den Protestanten, und die Schrift Dominus Iesus. Er verteidige den Katholizismus gegenüber der Befreiungstheologie, die verkannte dass das Reich Jesu nicht mit politischen Einrichtungen identisch sein kann, den Progressivismus, der die historische Wirklichkeit und die Glaubenswahrheiten auflösen wollte, sowie verschiedene andere theologische und politische Anfragen.

Als Papst leistete er viele arbeite große Taten: eine eigene Personalstruktur für anglikanische Konvertiten, eine angemessenere Anerkennung der „alten“ Messe, Gespräche mit der Piusbruderschaft und Versuch einer Reintegration in die Kirche usw.

All das werden Joseph Ratzinger – Benedikt XVI. – noch jahrzehnte lange in aller Munde lassen, auch wenn er kein hohes Amt mehr hat. Sein Platz in der Kirchengeschichte ist ihm auf jeden Fall sicher.

Das eigentliche Werk und Anliegen des hl. Vaters – die Erklärung des Glaubens und die Bedeutung für die Menschen – ist noch nicht abgeschlossen. Als Theologe glänzt er vor allem dadurch, dass er weiß was ewig und was zeitlich ist. Das heißt dadurch, dass er weiß was die Identität der Kirche ausmacht und sie konstituiert. Bei ihm ging es immer darum katholisch zu sein, wie Vinzenz von Lérin es definiert: katholisch ist das, was von allen, zu jedem Zeitpunkt und jedem Ort geglaubt worden ist. Benedikt XVI. ist daher ein Theologe der auch mit Weitblick in die Zukunft schaut: nicht zehn, fünfzehn Jahre sind der Rahmen, sondern hundert Jahre.

Der Hauptgedanke, so scheint mir, ist aber immer noch der Wunsch den Menschen Christentum zu erklären, ihn deutlich zu machen was das eigentlich ist, wozu es gut ist, was der Kern des ganzen ist. In diesem Sinne ist er vor allem eins: Theologe. Wobei schon die Kirchenväter wussten: ein guter Theologe ist nur der der in Einheit mit Jesus Christus lebt.

 

 

 

 

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