Die Schweizer Abzocker-Initiative

Das Schweizer Stimmvolk votiert mit circa 70% für die sogenannte „Abzocker Initiative“, die eine Beschränkung von Manager Gehältern bzw. Boni vorsieht. Die Linken in ganz Europa jubeln und wollen nun auch, dass ähnliche Gesetze forciert werden. Der Staat soll endlich die Exzesse der Manager unterbinden!
Ist die Schweiz nicht wirtschaftsliberal wird man sich jetzt denken. Richtig der Vorschlag sieht auch nicht vor, dass der Staat die Gehälter beschneidet. Im Gegenteil. Es ist eine Initiative für das Eigentumsrecht. Die korporatistischen Elemente werden geschwächt; nicht mehr der Vorstand mit Gewerkschaften, Arbeitgebern und Managern bestimmt, sondern die Aktionäre, also die Eigentümer. Es ist eigentlich trivial, denn wer soll über das Unternehmen bestimmten wenn nicht die Aktionäre? Sie sind die Eigentümer, die die Leitung an Angestellte (Manager) delegieren. Wer würde z.B. das Recht des Handwerksmeister negieren sein Unternehmen so zu leiten wie er möchte?
Darum ist es auch kein Wunder, dass es auch liberale Stimmen gibt, die für dieses Gesetz sind. Beispiel ist Frank Schäffler, der den Entscheid als Stärkung der Eigentumsrechte bezeichnete und als Ziel eine „Hauptversammlungs-Demokratie“ statt einer „Aufsichtsrat Hierarchie“1 nannte, denn schließlich seien in der Hauptversammlung die Eigentümer.
Damit hat Herr Schäffler wirklich die Richtung gewiesen: Stärkung der Rechte der Aktionäre, also der alte liberale Grundsatz von den Eigentumsrechten. (übrigens zu finden Bundesverfassung Art. 26 und Grundgesetz, Art. 14) Es zeigt sich hier: Schutz von Eigentumsrechten ist nicht Lobbyismus für Reiche, sondern Wohlfahrt für alle. Das darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die Richtung eine andere ist, nämlich mehr Staat. So gut die Stärkung von Aktionärsrechten ist, so könnte sich diese Entscheidung als erster Schritt für mehr Regulierungen in der Lohnfindung erweisen. Die deutsche Linkspartei z.B. forciert ganz offen eine Ober- und Untergrenze für Einkommen. Dass solche Schritte auch dazu führen, dass irgendwann das dazwischen reguliert wird ist klar. Solange aber die Aktionärsrechte gestärkt werden ist alles gut und marktwirtschaftlich. Geht es weiter, betreten wir eine gefährliche Straße.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Politik, Wirtschaft abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s