Über das Referendum der Falkländer

Am 11. März fanden auf den Falklandinseln, jedem britischen Überseegebiet vor Lateinamerika, ein Referendum statt ob die Inselgruppe weiterhin zum Vereinigten Königreich gehören will. 99,8% der Falkländer, bei 92% Wahlbeteiligung1, sprachen sich für den Status quo aus. Argentinien, das die Insel seit seiner Unabhängigkeit beansprucht, hatte bereits im Vorfeld angekündigt das Referendum nicht anzuerkennen. Seit dem Krieg um die Insel 1983 herrscht eisiges Schweigen. Argentinien will nur dann Gespräche führen, wenn über eine Rückgabe der Insel verhandelt wird, aufgeben will es seinen Anspruch allerdings nicht. Das lehnen natürlich die Briten ab.

Geschichte:
Um die Situation zu klären hilft ein Blick in die Geschichte:
Die Falklandinseln waren vor der Ankunft europäischer Siedler unbewohnt. Anders als auf dem amerikanischen Kontinent gab es keine Ureinwohner. 1592 erreichte der Engländer John Davis die Inselgruppe und nannte sie „Hawkins‘ Maidenland.“ Erst rund hundert Jahre später, im Jahr 1690 betrat erstmals ein Europäer, nämlich der Engländer John Strong, die Inseln und benannte sie nach dem schottischen Politiker „Falkland“. Damit nahm das Empire die Inseln in Besitz. Es waren freilich die Franzosen die 1764 auf Ostfalkland eine Siedlung errichten. Zwei Jahre später taten die Briten es den Franzosen auf Westfalkland gleich; dort lebten vor allem Walfänger. 1767 verkauften die Franzosen ihren Teil der Inselgruppe an Spanien, dass jedoch die gesamten Falklandinseln besitzen wollte. Es kam zum Krieg zwischen beiden Mächten, der damit endete dass die Briten einen Stützpunkt auf der Insel behielten. Sie Briten räumten später den Stützpunkt, gaben jedoch nicht ihren rechtlichen Anspruch auf die Insel auf. Sie hinterließen den Union Jack und eine Bleiplakette. Beides Zeichen ihres Anspruches. Spanien anerkannte diesen, als Argentinien noch eine Kolonie war. In Folge der Unabhängigkeitsbestrebungen Argentiniens gab Spanien die Insel 1811 auf. Der neue Staat erhob Anspruch auf die Insel und begann 1828 die Nutzung in Form einer Gefängnisinsel. Am 23. August 1829 wurde Luis Verne als Inselkommandant proklamiert. Das Vereinigte Königreich protestierte scharf gegen diese Proklamation.
Da Verne gegen amerikanische zivile Schiffe vorging, griff 1831 die Navy die Falklandinseln an und vertrieb Verne und die Argentinier von der Insel. Die USA erklärten die Inselgruppe zum Niemandsland. 1832 kehrten die Briten zurück. Ein Jahr später verwiesen sie die restlichen Argentinier – wie oben erwähnt Soldaten und Gefangene des Gefängnisses – der Insel.
Wir stellen also fest: die Briten entdecken und beraten die Insel zuerst. Sie errichten fast zeitgleich mit den Franzosen erste Siedlungen, wobei Frankreich seine Rechte an Spanien abtrat, welches sich 1811 zurückzog und die Rechte der Briten über die Inseln anerkannte. Das erst 1816 begründete Argentinien erhob Anspruch auf Inseln, die rechtlich dem Vereinigten Königreich zustanden und besetze die Inseln bis zur Rückkehr der Briten 1833.

Der Falklandkrieg
1982 kam es schließlich zum Krieg zwischen der damaligen Diktatur Argentinien und dem Vereinigten Königreich unter Thatcher. Die Diktatur wolle von sich und seiner kriminellen Innenpolitik ablenken und beschwor den Mythos der Rückeroberung der „Malwinen“, wie die Argentinier sie nennen, ein Mythos der bereits den Kindern vermittelt wird. Ohne vorherige Kriegserklärung griff Argentinien die Inseln an und besiegte die wenigen dort stationierten britischen Soldaten. Großbritannien schlug zurück und vertrieb die Armee von den Inseln. Bis heute freilich besteht kein Friedensvertrag. Um die Inseln vor Argentinien zu schützen sind heute 1.700 Soldaten auf den Falklandinsel stationiert.
Man muss sich klar machen worum es ging. Oft genug heißt es, es ginge um einen Befreiungskrieg gegen das Empire. Dabei handelt es sich jedoch um eine propagandistische These von Seiten Argentiniens. Wie oben beschrieben war das Land damals eine Militärdiktatur und wollte bloß von sich ablenken. Es handelte sich um alles andere als einen Befreiungskrieg. Thatchers Verdienst liegt gerade darin gekämpft zu haben. Die falsche These Thatcher hätte den Krieg nicht führen sollen, hätte den Kolonialismus begraben sollen, verkennt die Situation in der sich Argentinien befand. Der Krieg war der letzte Ausweg für die Diktatur die Gunst des Volkes zu gewinnen. Indem Thatcher Argentinien besiegte, zerstörte sie letztlich die Diktatur, die jede Anerkennung mit der Niederlage verloren hatte. Thatcher trug damit maßgeblichen wesentlich zur Demokratisierung Argentiniens bei.

Kolonialismus?
Das Hauptargument Argentinien ist die These die Falklandinsel seien eine Kolonie und dass die UNO die Entkolonisierung forderte. Mal abgesehen von dem Faktum, dass selbst wenn dies zu träfe Entkolonisierung nicht Angliederung an Argentinien heißt, weist die argentinische Politik auf eine große Bigotterie hin, denn einerseits überfällt man das Überseegebiet und ignoriert konsequent die Meinung der Falkländer, andererseits ruft man Entkolonisierung. In der Übernahme einer Inselgruppe gegen den Willen der Bewohner sieht Argentinien nichts imperialistisches. Zudem geht es, entgegen einiger Behauptung, nicht darum die Falkländer in ihrer Identität anzuerkennen. Im Gegenteil. Als Argentinien 1982 die Inseln zeitweise besetzte wurden Stadtnahmen und Bezeichnungen sofort spanisch. Die spanischen Bezeichnungen stehen heute noch als offizielle Namen in argentinischen Büchern. Es geht also um nichts anderes als eine gewaltsame Hispanisierung der Falkländer und Verweigerung ihres Selbstbestimmungsrechts. Wenn also ein Land kolonialistisch ist, so ist es Argentinien.
Das Argument Inseln die viele Kilometer von den britischen Inseln entfernt lägen könnten nicht Teil des UK sein ist widersinnig, denn die Geographie ist schließlich nicht das einzige Kriterium. Die historische, politische und ethnische Verbundenheit bestimmt die Zugehörigkeit zum Empire. Und wenn dieses Argumente zuträfe müssten Spanien die kanarischen Inseln, die USA Hawaii, Frankreich seine Überseedepartements, die Niederlande ihre Besitztümer in der Karibik, Chile die Osterinseln und Dänemark Grönland aufgeben. Zudem ist es bemerkenswert, dass ein Land wie Argentinien einen solchen Vorwurf erhebt. Ebenso könnte man behaupten die vielen Einwanderer (wie die Eltern unseres heiligen Vaters Franziskus) hätten kein Recht in Argentinien zu leben, weil sie hunderte Kilometer von ihrer Heimat entfernt leben.

Warum ist das Ganze wichtig?
Der neutrale Beobachter könnte natürlich fragen warum das alles wichtig sei, warum man sich für eine kleine Inselgruppe im Südatlantik interessiert? Was will Argentinien überhaupt? Was ist an den Inseln so besonders? Hierfür gibt es wesentlich drei Gründe: 1. Die Falklandinsel sind ein beliebtes Thema Nationalismus zu beschwören, d.h. Stimmen zu generieren. In einer Wahlkampfrede beschwört man die Falklandinsel und kann getrost Themen wie Armut und Korruption weglassen. Es hat eine innenpolitische Wirkung, die die demokratischen Politiker, wie die Militärs ’82, schamlos ausnutzen. 2. Hier wie überall gibt es natürlich auch nüchterne materielle Interessen. Hier ist das Öl. Unter den Falklandinsel werden große Ölreserven vermutet. Argentinien hatte das Abkommen beider Staaten zu gemeinsamen Ölförderung von 1995 2007 gekündigt – aus dem schlichten Grund: man will alles für sich. 3. Man muss sich über Frau Kirchner, die Präsidentin Argentiniens, im Klaren sein: sie ist Mitglieder der peronistischen Partei. Einer sozialistischen und nationalistischen Bewegung. Dass man mit Nationalisten schlecht bis gar nicht reden, verhandeln oder diskutieren kann ist wohl jedem bekannt …

Fazit:
Historisch gehörten die Falklandinseln zum Vereinigten Königreich und alle Falkländer wünschen diesen Status. Aus im Grunde niederen Motiven beansprucht Argentinien die Inselgruppe. Die Forderung nach den Falklandinseln durch Argentinien ist entschieden zurückzuweisen.

Siehe auch:
http://www.youtube.com/watch?v=6tfvfsZaMsY What’s the Deal with Obama and the Falkland Islands? (Heritage Foundation)

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