Wider die Gleichstellung

Ist zu bemerken, daß wir keinen Grund haben, vor dem Zerfall der Familie … einfach die Waffen zu strecken.“ Wilhelm Röpke1

Die Familie ist die natürliche gesellschaftliche Einheit gegen jeglichen Kollektivismus.“2

Inhalt:
Vorwort
I. Gegen die Homo-Ehe
II. Gegen das Adoptionsrecht
III. Antwort auf Kritik
VI. Mittelweg Lebenspartnerschaft?

Vorwort:
Dieser Artikel steht in Relation zu einem vorhergegangen, der sich ausschließlich der Homo-Ehe beschäftigt („Gegen die Homo-Ehe. Ein Beitrag zur Debatte“), jedoch nicht die ganze Bandbreite der Homo-Ehe sowie des Adoptionsrecht für homosexuelle Paare behandelt hat. In diesem Sinne sei der vorangegangen Artikel als Kurzfassung zu lesen, der hier seine notwendige Ergänzung erfähr.
Ich begreife die Verteidigung von Ehe und Familie als eine der zentralen Aufgeben dieses Jahrhunderts. Darum muss es immer wieder thematisiert werden; unentwegt muss darüber gesprochen, argumentiert und geschrieben werden. Immerwährend müssen die Gegner widerlegt, die Eigenen gestärkt und die Unschlüssigen überzeugt werden. Da die einzige Rettung in einer Änderung des Meinungsklimas liegt, muss gerade hier angesetzt werden; man muss in die Arena des Diskurs treten und den Gegner zu Boden ringen. In diesem etwas, radikal „kulturkämpferischen“ Umfeld, sei dieser Artikel gesehen, der eigentlich nichts mehr sein will, als ein Appell für Ehe und Familie, die Basis und Quell von Kultur, Gesellschaft und Staat sind. Ohne die „traditionelle“ Ehe und Familie ist die Menschheit und jede Nation nichts. Eine Nation, die sich jedoch ihren Werten verschreibt wird die festeste Mauer gegen jede Form des Untergang setzen und die Einflüsse des Schlechten kappen.

I. Gegen die Homo-Ehe:
(In diesem Abschnitt seien im wesentlichen die Argumente aus dem bereits genannten Artikel wiederholt, ausgeführt und verdeutlicht.)
Die erste große Frage die man sich im ganzen Komplex der Ehe und Familienpolitik stellen muss warum eigentlich eine Familienpolitik nötig ist. Schließlich haben wir auch keine Gummibärchenpolitik. Könnte man nicht einfach sagen mit wem man ins Bett geht und zusammen lebt ist rein subjektiv, wie die Vorliebe für eine bestimmte Farbe von Gummibärchen? Was geht den Staat, die Öffentlichkeit das ganze Thema an? Ist die Fragestellung als solche nicht falsch? Sollte der Ruf der Stunde nicht sein „Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden?“
So ein Reden verkennt aber gerade das Wesen von Ehe und Familie. Natürlich ist sie privat und es ist ein Segen in einer Gesellschaft zu leben, die Ehe und Familie nicht öffentlich hat, d.h. dass zum Beispiel Staat und oder Gesellschaft in die Wahl des Ehepartners oder die Kinderzahl eingreifen. Die Ehe ist jedoch auch, und das ist gerade ihr doppeltes Wesen, auch öffentlich d.h. auf die gesamte Gemeinschaft bezogen. Das ist auch der Grund warum im Römischen Reich Concordia sowohl die Göttin der Ehe als des Staatswesen war.
Der Grund warum der Staat Milliarden für Ehe und Milliarden ausgibt, stellt bereits ein Argument gegen die Homo-Ehe da, denn der Staat handelt nicht aus Nettigkeit oder Respekt für Liebe und Verantwortung. Das verkennen gerade die Anhänger der Homo-Ehe. Der Staat fördert die Ehe nicht wegen der gegenseitigen Liebe der Partner, sondern auf Grund der Aussicht auf Kinder. Da ein Volk bzw. Staat ohne Kinder ausstirbt, muss er darauf bedacht sein, dass Familien gegründet werden, die Kinder hervorbringen. Was hat dies nun mit der Ehe zu tun? Ohne auf spezielle ethische Argumente (z.B. Ablehnung von vorehelichen Sex, was das Kinderzeugen außerhalb der Ehe stark erschwert) muss man sich auf wieder über das Wesen der Ehe im Klaren sein. Es war immer die Überzeugung aller Kulturen und Traditionen, dass ein Zweck, unter vielen anderen, der Ehe das Zeugen von Kindern darstellt. Im Österreichischen Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch § 44 (ABGB) z.B. wird das Zeugen und Erziehen von Kindern nebst gegenseitigem Beistand als eine Funktion der Ehe angesehen. Die Ehe ist definitorisch auch dazu da Kinder zu zeugen. Da dies bei alternativen Formen des (heterosexuellen) Zusammenlebens nicht explizit der Fall ist, fördert der Staat gerade die Ehe. Denn diese Einrichtung hat das Kinderzeugen zur Identität, folglich ist die Aussicht auf Kinder und damit Existenz des Staates am größten. Da Homosexuelle, wie bekannt ist, miteinander keine Kinder bekommen können, d.h. gar keine Aussicht auf Kinder bekommt, nicht mal theoretisch oder abstrakt, muss man die Homo-Ehe ablehnen.
Michael Bertrams, ehemaliger Verfassungsrichter in Münster, machte auch klar, dass Grundgesetz, Artikel 6, die Ehe als „Institution wegen der in der Ehe potenziell angelegten Elternschaft und damit wegen der Bedeutung für Familie und Gesellschaft“ unter Schutz stellt.3 Dieser Satz fasst die oben gemachten Überlegungen zusammen. Außerdem bringt uns das zu einem nächsten Argument, nämlich unserem Grundgesetz. Im Artikel 6, 1 heißt es deutlich: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“ Es ist widersinnig zu behaupten unter „Ehe“ könne auch die Homo-Ehe fallen. Es eine Interpolation, die dem Text selbst wie der Intention der Gründerväter widerspricht. Wer ist geneigt zu glauben, dass 1949 irgendein Angehöriger des Parlamentarischen Rates unter „Ehe“ auch die Homo-Ehe verstand hätte? Man soll auch nicht meinen dies sei irrelevant, denn wenn man die Intention und die Auffassung der Väter vollkommen vergisst, wird das Grundgesetz zu einem frei interpretierbaren Text, in der jeder das findet was er sucht. Man kann nicht in klare Wörter etwas rein interpretieren.
Zudem muss auch hier gesagt werden, dass, obwohl das Verfassungsgericht bisher – leider – allen Gleichstellungen zugestimmt hat, die gemeinsame Verfassungskommission (1992 – 1994) zu diesem Thema in Bezug auf Art. 6 keine Mehrheit erringen. Das Verfassungsgericht hat mehr Gleichstellung, aber nicht voller Gleichstellung zugestimmt.
Letztlich muss man wieder die Frage stellen was der Staat fördern soll, nämlich das Ideal, und nicht die Sonderform. Der Staat soll das Normative fördern, die anderen Formen akzeptieren, aber nicht subventionieren. Und es handelt sich bei homosexuellen Lebenspartnerschaft um eine Sonderform. Allgemein sind zwischen 2,7% und 1,1% aller Männer, sowie 1,3% und 0,4% aller Frauen ausschließlich der Homosexualität zuzurechnen.4 Die Zahl der homosexuellen Partnerschaften, mit oder ohne rechtliche Anerkennung, lassen sich nicht genau bestimmten. Im Statistischen Jahrbuch 2012 wurde, durch den Microzensus für 2011, berechnet, dass es circa 27.000 Lebenspartnerschaft mit gemeinsamen Haushalt, sowie 67.000 gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft die in einem Haushalt leben errechnet. Das macht circa 100.000. Selbst wenn wir die berühmt berüchtigte Dunkelziffer heran ziehen, werden wir wohl aller höchstens auf 200.00 kommen. Im Verhältnis zu den 18,3 Millionen Ehen im Jahr 2009 (Statistisches Bundesamt) bewegt sich der Anteil der Lebenspartnerschaften im Promillebereich.Auch die Kinderzahl ist extrem niedrig. Während 67% aller Kinder immer noch in Ehen geboren werden5, waren zwischen 85% und 93% der Lebenspartnerschaft ohne Kinder.6 7 Insgesamt leben nur 9,3% aller Kinder in nicht-ehelichen Gemeinschaften.
Aus den besagten Gründen muss daher geschlussfolgert werden, dass die Ehe die lebenslange auf Kinder (wenigstens theoretisch) ausgerichtete Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau darstellt. Weil dies die Definition der Ehe ist, können andere Formen des Zusammenlebens nicht die Anerkennung als Ehe erhalten.

II. Gegen das Adoptionsrecht:
Eng verbunden mit der Frage nach der Homo-Ehe ist das Adoptionsrecht. Ohne uns in die Empirie und die pädagogisch psychologische Statistik zu stürzen, wollen wir hier von einem naturrechtlichen Standpunkt a priori aus argumentieren.
Nun wäre natürlich das einfachste Argument ein Verweis auf I. Denn nur Ehepaare sollen adoptieren und da wir unsere Argument ausgebreitet haben, warum Homosexuelle keine Ehe eingehen können, könnte man den Gedankengang für abgeschlossen halten. Es ist auch ein gutes Argument, aber natürlich nicht das einzige.
Man muss sich vor Augen führen, was Adoption eigentlich ist, nämlich die Stellvertretung für die Eltern. Man übernimmt als Adoptiveltern die Rolle der biologischen Eltern. Da niemand bestreitet, dass die biologischen Eltern nie gleichgeschlechtlich sein können, wird auch klar, warum nur heterosexuelle Paare adoptieren können, denn sie treten ja an die Stelle der Eltern. Da ein Mann keine Frau eine Frau vertreten kann, zeigt sich die Unmöglichkeit für Homosexuelle Kinder zu adoptieren.

III. Antwort auf Kritik:
Liebe und Loyalität.“ Der größte Irrtum in Bezug auf die Gleichstellung besteht darin, dass man meint „Liebe und Loyalität“, wie Joe Biden es ausdrückte, seien konstitutiv für die Ehe, und da Homosexuelle beides vermögen, sei für sie die Ehe zu öffnen. Kaum ein Argument geht mehr am Kern der Sache vorbei. Denn wie oben beschreiben geht es nicht nur um Liebe und Loyalität, sondern um andere Voraussetzungen. Es geht allgemein nicht um Fähigkeiten Homosexueller. Wenn die Zeit daher sagt: „Wir dürfen Kranke heilen, als Soldaten unser Leben riskieren und Deutschland bei der Olympiade vertreten. Nur heiraten und Kinder großziehen dürfen wir nicht“8 verkennt sie absolut den Kern der Sache. Niemand bestreitet, dass Homosexuelle Liebe und Loyalität leben können, die Gegner bestreiten jedoch, dass dies allein hinreichend sei für die Ehe. Das wird deutlich, wenn man dieses Prinzip anwendend. Wenn wir sagen: Liebe und Loyalität machen die Ehe, so müssen wir Polygamie zulassen. Warum soll die Zahl relevant sein, wenn schon dass Geschlecht es nicht ist? Drei oder mehr Personen können auch einander lieben und zueinander loyal sein, warum also keine Polygamie? Radikaler gefragt: warum nicht Inzest? Wenn das Geschlecht nicht ausschlaggebend ist, warum dann der Verwandtschaftsgrad? Warum sollen nicht Bruder und Schwester Liebe und Loyalität im ehelichen Sinne zueinander empfinden können? Ist das nicht ein mittelalterliches Relikt einer christlichen Gesellschaft mit ihrer repressiven Moral? (Um mich hier der Terminologie der Gegner zu bedienen) Oder um die Radikalität auf die Spitze zu treiben: wieso keine Sodomie Ehen? Wenn Geschlecht, Zahl und Verwandtschaftsgrad irrelevant sind, warum dann die Spezies? Warum nicht Ehen zwischen Erwachsenen und 15-Jährigen (da 16 unter bestimmten Voraussetzungen legal ist)9
Diese Ausführungen seien keineswegs als Beleidigung von Homosexuellen aufzufassen, nichts liegt mir ferner. Es geht nur darum ihr Prinzip zu widerlegen, denn konkret angewendet führt es zu nichts geringerem als zur Auflösung der Ehe, denn die Ehe wird bedeutungslos. Man kann nur nichts mehr Schranken weisen. Es hat nichts konstitutives, keine Identität und damit kein Sein. Das „Liebe und Loyalität Argument“ ist in sich letztlich falsch und führt zur Auflösung der Ehe, die einige – z.B. die Grüne Jugend – bereits offen fordert und durch einen „Zivilpakt“10, indem es ironischer weise um Liebe und Loyalität geht, ersetzt werden soll.
Homophob“Dieser Vorwurf ist besonders populär; die Gegner der Homo-Ehe seien in Wahrheiten Schwulenhasser, die Homosexuelle am liebsten aufhängen würden. Wie jedoch oben beschreiben geht es gar nicht um die Menschen, um die Homosexuellen, sondern um die Definition der Ehe. Homophob wäre es nur dann, hätten wir Dinge gesagt wie Schwulen seien gemäß ihrem Wesen promiskuitiv. Da wir diesen Vorwurf aber gerade nicht gemacht haben, kann man uns Homophobie nicht vorworfen.
Darüber hinaus ist das Wort „Homophobie“ als solches falsch, denn 1. Schwulenhasser (die ich ablehne) haben ja keine Angst vor Schwulen (griech. „Angst“), sondern hassen sie. 2. Eine Phobie ist nach der Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD) eine psychische Störung. Man unterstellt damit, dass der Gegner krank wäre, voraus ja eigentlich folgen müsse, dass die richtige Ort nicht das Diskussionsforum, sondern das örtliche Krankenhaus ist. Vor allem für eine Gruppe die sich dagegen wehrt als „krank“ bezeichnet zu werden, ist dieser Vorwurf besonders widersprüchlich.
Unmodern“ Oft hören wir die ausschließlich heterosexuelle Ehe sei unmodern. Homosexuellen die Ehe vorzuenthalten sei ein Anachronismus, im Grunde ein Überrest des Mittelalters. Man muss hier freilich betonen, dass die Ehe, und das Naturrecht, zeitlos sind, so wie die Weisung ‚du sollst nicht töten‘. Sie wird nicht irgendwann unmodern. Außerdem ist dieser Vorwurf in zweifacher weise ein Widerspruch: 1. Was hat die Frage der Homo-Ehe mit Zeit zu tun? Auch die Feststellung „Wir leben im 21. Jahrhundert“ hat nichts zu sagen. Ebenso könnte ich sagen es ist halb zwölf oder es sind 10°. Warum hängt es davon ab, welches Jahrhundert wir haben? Entweder haben Homosexuelle immer schon ein Eherecht gehabt (das ihnen verwehrt wurde und wird), sie hatten es nie oder sie haben es irgendwie bekommen. Der erste Fall macht das ganze Argument zunichte, da der Gegner zugibt, dass es keine Frage der Zeit ist, sondern eine zeitlose naturrechtliche Diskussion. Führt er aber das dritte Argument ins Feld, so muss er uns erklären wie, wann, wodurch und warum auf einmal Homosexuelle das Eherecht erhalten haben. Auf die Zustimmung der Gesellschaft zu verweisen muss in Hinblick auf andere Kulturen (z.B. die islamische Welt) als nichtig angesehen werden, vor allem da der Anhänger der Homo-Ehe die Verfolgung von Homosexuellen in diesen Kulturen als Unrecht ansieht. 2. Mein unser Gegenüber mit den Aussage „unmodern“ oder „mittelalterlich“ einen Zustand indem die natürliche Rechten der Menschen (z.B. auf Selbstbestimmung) nicht geachtet wird, so ist auch diese Aussage wiederum widersprüchlich, weil er das Eherecht für Homosexuelle voraus setzt und nicht begründet.
Kinderlose“ Einige auf der Pro Seite der Homo Ehe kritisieren, dass das Argument die Ehe sei fruchtbar und Homosexuellen seien es miteinander nicht, kein Argument sein kann, weil es schließlich kinderlose Ehe gäben, die die gleichen Rechte hätten wie Ehen mit Kindern. Wenn es also um Fruchtbarkeit und Kinder bekommen gehe, müssten diese Paare keine Privilegien bekommen. Diese These ist jedoch irrig. Denn zuerst einmal schützt unser Grundgesetz auch die Ehe und nicht bloß die Familie (GG 6,1). Und aus den anderen genannten Gründen können nur heterosexuelle Paare heiraten. Dazu muss auch unterschieden werden zwischen Definition und Ausnahme. Die Aussage „ein Mensch hat zwei Beine“ ist völlig richtig, deswegen sind aber Behinderte doch auch Menschen, obwohl wir gesagt haben Menschen haben zwei Beine, und zwar aus dem Grunde, dass es sich um eine Ausnahme handelt. Es muss auch klar gemacht werden, dass kinderlosen Ehen nicht die Regel sind; es sind nur etwa 10% aller Ehen kinderlos.11
Außerdem widerlegt sich das Argument selbst. Wenn man meint kinderlose Paare sollten keine rechtliche Anerkennung erhalten, müssen Homosexuelle erst recht keine bekommen, denn sie sind immer miteinander unfruchtbar.
Alleinerziehende“ Besonders mit dem Verweis auf Alleinerziehende tritt uns der Befürworter einer Gleichstellung auf unser Argument gegen die Adoption entgegen. Dabei vergisst er etwas wesentliches, denn a) Der Status als Alleinerziehende ist in fast allen Fällen unfreiwillig und die Abwesenheit eines Teils, männlich oder weiblich, war nie beabsichtigt (z.B. Scheidung, Tod usw.) Die kleine Minderheit die das Alleinerziehertum bewusst anstrebt, ist eine Ausnahme und kann nicht herangezogen werden für eine allgemeine Regel oder zur Behauptung Erziehung ohne vorhandenes Ehepaare sie heute auch schon existent, folglich sollten auch Homosexuelle adoptieren dürfen.
Polygamie und Rassenehe“ In der Frage über die Definition der Ehe finden wir auch oft ein Argument, nämlich, dass die Ehe schon früher umdefiniert worden wäre. Als Beispiele werden wir die Polygamie und das Verbot gemischtrassischer Ehen angeführt. Dieses Argument hält einer genaueren Prüfung aber nicht stand. 1). Zur Polygamie: die Polygamie kann nicht die Definition der Ehe erfüllen, denn sie kann nicht fruchtbar sein, sondern immer nur Teile davon. Beispiel: Mann + Frau1 + Frau2. Während in einer monogamen Ehe die ganze (Mann + Frau) fruchtbar sein kann, ist es bei der Polygamie unmöglich. Denn während Frau1 und Frau2 keine Kinder bekommen können, kann der Mann immer nur mit einer von beiden Kinder zeugen. Es sind also nur Teilmengen der Ehe fruchtbar und nicht alle. Zudem kann volle Einheit nur möglich sein, wenn es eine Homo-Ehe innerhalb der polygamen Ehe gibt. Denn während Einheit zwischen M und F1, bzw. M und F2 ohne weiteres möglich ist, wäre die eheliche Einheit von F1 und F2 eine homosexuelle Verbindung. 2). Ein weiteres gerne gebrauchtes Argument ist das Verbot der gemischtrassischen Ehen. Aber auch diese These müssen wir zurückweisen, wenn wir Rasse und Geschlecht miteinander vergleichen. Wir werden feststellen, dass die Rasse nicht aussagekräftig ist, während es das Geschlecht wohl ist. Der Unterschied zwischen einem weißen Mann und einer weißen Frau ist viel größer als zwischen einem weißen Mann und einem schwarzen Mann. Darum gibt es auch Geschlechtertrennung bei Toiletten und im Sport. Hier eine Parallele zur Rassentrennung zu ziehen erscheint doch jemand als irrational und falsch.
Die Ehe ist ein Recht“ (u.a. Schweizer Bundesverfassung Art. 14) Dieses Argument verkennt das Wesen eines (Grund)rechtes. Denn jedes Recht setzt die Qualifikation dazu voraus. Der Bäckermeister verletzt nicht mein Grundrecht auf freie Wahl der Arbeit, wenn er mich nicht annimmt, weil ich keine Ausbildung zum Bäcker habe. Es braucht Qualifikationen, um bestimmte Dinge tun zu können. Da homosexuelle Paare diese, wie oben beschreiben, nicht haben, wird ihnen auch kein Recht vorenthalten.
Homo-Ehe gefährdet nicht die Privilegien der Ehe.“ Oft wird behauptet mehr Rechte für Homosexuelle würden die Privilegierung der Ehe nicht gefährden. Dies ist allein schon rein positivistisch gesehen falsch, denn ein Privileg ist ein Vorrecht, etwas was jemand bekommt, ein anderer aber nicht. Etwas was alle bekommen ist kein Privileg mehr und je mehr Menschen es bekommen, desto näher rückt es seiner Abschaffung. Das Argument ist daher falsch.
Dogmatisch.“ Hierbei handelt es sich um ein haltloses Totschlagargument, denn warum ist das Nein zur Homo-Ehe dogmatisch? Warum ist es undogmatisch für die Homo-Ehe zu sein? Warum ist das Nein dogmatisch, das Ja aber nicht? Hierhinter steht doch wieder das Axiom, dass die Homo-Ehe gut sei; es steht also dahinter überhaupt kein Argument. (Das Wort »dogmatisch« kann hier auch durch »fundamentalistisch« ersetzt werden, um auch diesem Vorwurf zu begegnen.)
Lebenswirklichkeit“ In fast jedem Bereich hören wir immer das Argument der „Lebenswirklichkeit der wir zu uns beugen hätten. Dass dieses Argument von Linken stammt, deren Urvater Marx einst postulierte der Kommunismus sei eine Idee „wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben [wird]“12 mag freilich erstaunen. Aber um das Argument selbst zu kritisieren müssen wir doch feststellen, dass entscheidend ist was unsere Ideale sind. Denn schließlich ist „auch Unrecht ist eine Realität, und doch wird man alles daran setzen müssen, es zu beseitige.“13 Müssen sich Demokraten in Nordkorea der Lebensrealität der Diktatur beugen? Zudem muss ja festgehalten werden, dass der Umstand, dass es Menschen gibt die in Regenobgenfamilien leben, nicht die Realität der Definition der Ehe berühren. Warum sollten mehre zehn- bis hunderttausenden homosexuellen Hausgemeinschaften oder Lebenspartnerschaften irgendetwas am dem ändern, was die Ehe ist? Außerdem anerkennen wir die Realität von Regenobenfamilien und homosexuellen Partnerschaften, sonst würde ich nicht über sie schreiben, sondern ihre Existenz leugnen.
Das Argument der Lebensrealität ist nichts weiter als ein plattes Totschlagargument, das aus dem Munde eines Linken, die einen solchen Satz aus dem Mund eines Konservativen als höchstes Reaktionärtum verdammt hätten, gerade zu aberwitzig erscheint.
Diskriminierung.“ Nach homophob ist der Vorwurf der Diskriminierung – was letztlich das gleiche ist – wohl das meist gehörte Argument. Ebenso wie bei der Frage nach dem Recht auf Ehe vergisst man, dass gerecht nicht gleich ist. Der Staat darf und soll Ungleiches ungleich und gleiches gleich behandeln. Schließlich diskriminiert der Staat auch keine Reichen, wenn sie keine Sozialleistungen bekommen. Es ist ein fundamentales Prinzip des Rechtsstaat nicht Gleichmacherei zu betreiben. Nicht jedem das Gleiche, sondern jedem das Seine (es hier ausdrücklich das Bedauern ausgedrückt, dass die Nazis diesen richtigen rechtsphilosophischen Satz missbraucht haben) Da Ehe und homosexuelle Partnerschaft nicht gleich sind, diskriminiert der Staat auch niemanden. Bevor nun auf den Wortsinn (lat. Discriminare = Unterscheiden) verweist, sei doch mal darauf hingewiesen, dass Unterscheidung (z.B. Geschlechtertrennung bei Toiletten) etwas substantiell anderes ist als Herabwürdigung von Schwarzen (z.B. Rassentrennung bei Toiletten). Erstes ist eine Bedingung des Rechtsstaates (sonst müsste man Taschendiebe und Mörder gleich behandeln), das zweite eine abzulehnde Haltung.
Auch Homosexuelle können erziehen.“ Dieses Argument zeigt noch einmal, dass das primär Argument der Gegner, soweit mich angeht, nicht verstanden wurde. Es geht nicht zuerst darum ob Homosexuelle Kinder erziehen können, sondern um die Frage der Definition. Wenn es allein um die Fähigkeit ginge, wobei natürlich der Parameter unklar ist, müsse man auch für Adoptionen von Einzelpersonen, Paaren ohne Trauschein , Vereine usw. für gerechtfertigt halten.
Homosexuelle übernehmen füreinander Verantwortung. Das ist bürgerlich!“ Mit diesem Argument will man vor allem bürgerliche Wähler davon überzeugen, dass die Homo-Ehe nicht irgendeine linke Idee sei, sondern doch konservativ. Wie jedoch das „Liebe und Loyalität Argument“ wird hier verkannt, dass niemand die Verantwortung der Homosexuellen kritisiert. Jedoch ist sie nicht allein Grund für eine Ehe, sondern es braucht dazu noch andere Voraussetzungen.

IV. Mittelweg Lebensgemeinschaft?
In jeder Debatte gibt es immer Mittelwege, so auch in dieser. Der heutige dritte Weg heißt Lebenspartnerschaft. Einige, sogar Verteidiger der Ehe, sprechen sich zwar gegen die Homo-Ehe aus, sind aber für Lebenspartnerschaften. Denn für bestimmte Lebenssituationen (Informationen im Krankenhaus, Vermögensverwaltung) brauche es einen rechtlichen Rahmen für diese Paare. Dieses Argument ist irrig, denn wenn die vermeintlichen oder tatsächlichen Probleme die homosexuelle Paare haben, gelten doch genauso für unverheiratete Paare, die niemals heiraten wollen. Muss auch für unverheiratete heterosexuelle Paare ein eigenes Gesetz her? Landen wir nicht im Bürokratismus?
Das eine rechtliche Regelung unnötig ist, ist auch bei genauerer Untersuchung der jeweiligen Themen deutlich. Zahlreiche Vollmachten (Patientenverfügung, Vollmacht für das Bankkonte und für Informationsweitergabe im Krankenhaus, sowie die Bekundung beim Unfall die angegebene Person, hier den Partner, zu kontaktieren) erleichtern die Fälle. Die Unzulänglichkeiten bei Vollmachten kann der Gesetzgeber auch ausräumen, ohne die eine Lebenspartnerschaft einzuführen, er müsste nur die Gesetze über Vollmachten liberalisieren.
Darüber hinaus muss man die Lebenspartnerschaft rein taktisch begutachten. Denn sie war bloß der Fuß in der Tür, die Beruhigung für die oben genanten Ehe Verteidiger. Aber überall wo die Lebenspartnerschaft eingeführt wurde, folgt auch das Forcieren der Homo-Ehe. Letztes Beispiel ist wiederum Frankreich. Es bleibt also niemals bei der Lebenspartnerschaft, mit der in Wahrheit niemand zufrieden ist. Weder Konservative, die weniger fordern, noch Progressive, die die Ehe wünschten. Die Lebenspartnerschaft ist ein fauler Kompromiss, der in Wahrheit unter der falschen Flagge des Konsens in Wahrheit eine Pfadabhängigkeit produziert, die in die Ehe führt. Wie überall macht man einen Zwischenschritt, wenn das eigentliche Ziel nicht erfüllt werden kann. Ist ein allgemeiner Mindestlohn unmöglich, kommen Branchen Mindestlöhne. Sind Verbote nicht durchsetzbar, folgten Steuern. Das ist das typische politische Taktieren und Bodengewinnen, das sich auch hier manifestiert.

1 Wilhelm Röpke – Jenseits von Angebot und Nachfrage, S. 215
2 Berliner Parteiprogramm der FDP, 1957
4 Marin Dannecker – Sexualwissenschaftliches Gutachten zur Homosexualität – In: Basedow, Jürgen; Dopffel, Klaus; Kötz, Hein (Hrsg.): Die Rechtsstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften – Tübingen: Mohr Siebeck, 2000, Seite 335-348
6 Bundesministerium für Justiz: Die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschafte
7 Marina Rupp (Hrsg.): Die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften
9 BGB § 1303,2
11 Wochenbericht des DIW Berlin, Nr. 22/2003, S. 347
12 Karl Marx – Die Deutsche Ideologie (in: Marx/ Engels, MEW 3, S. 35)
13 Ludwig Erhard – Wohlstand für Alle, S. 387
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