Rauch Satans im Tempel Gottes

Rauch Satans, derdurch irgendeinen

Riss in den Tempel Gottes eingedrungen sei.“ – Paul VI.

Ab und an findet ein Flyer den Weg in meine Hände, in dem für Spenden christlicher Missionare in Afrika geworden wird. Eine gute Sache, ohne Zweifel. Jedes mal aber wenn ich einen solchen Flyer lese kommt mir der Gedanke, die Missionare sollten lieber nach Europa kommen, hier sind die Menschen unchristlicher als in Afrika.

Man könnte die Situation aber verkennen, wenn man glaubt Ziel der Mission sei bloß die unreligiöse Mehrheit. Dreh- und Angelpunkt der Neuevangelisierung müssen die Katholiken sein!

Ich erinnere mich noch als ich als Jugendlicher aus dem Religionsunterricht ging und ein Freund fragte mich warum wir denn eigentlich die Evangelien gelesen hätten, wenn wir katholisch und nicht evangelisch sind? Das wäre vielleicht ein guter Scherz, wenn die Sache nicht so Ernst wäre. Der durchschnittliche Katholik weiß nicht was ein Sakrament ist und findet in der Messe eine überfordernde Situation, weil er nicht weiß wann er sitzen, stehen und knien muss.

Man könnte die Situation aber doppelt verkennen, hielte man das ganze bloß für ein Problem von Namenschristen. AuchMenschen, die eigentlich gläubig und aktiv sind, weisen einen hohen Anteil an Unwissen, aber auch Häresie auf:

Erstaunlich ist oft genug auch, dass von katholischen Gremien, deren Rechtgläubigkeit man eigentlich voraussetzen sollte, Häresien kommen. Einige Beispiele sollen das verdeutlichen:

Auf der Seite „katholisch.de“, der offiziellen Seite der Katholische Kirche in Deutschland gibt es einen Artikel von Margret Nußmann zur Erklärung der Eucharistie. Darin wird mehrmals der berühmte Mönch Anselm Grün zitiert, einmal sogar mit den Worten: „Wenn ich einem lieben Menschen ein Buch schenke, dann steckt in diesem Buch etwas von meiner Liebe.“1 Der theologisch gebildete Katholik weiß sofort die Irrlehre dieser Aussage auszumachen: Zwingilianismus. Der Reformator Ulrich Zwingli lehrte Jesus sei bloß in der Erinnerung der Gemeinde („Gedächtnismahl“) aber nicht objektiv real in den Gaben präsent. Die Liebe in einem Geschenk ist aber nicht real, sondern subjektiv; es gibt keine subjektive Verwandlung der Substanz, sondern seiner Bedeutung für mich! Es handelt sich dann um eine Transsignifikation – aber nicht um die katholische und dogmatisierte Transsubstantiation.

Auch um die katholische Jugend ist es nicht besser bestellt. In dem Dokument „Von freier Liebe und Enthaltsamkeit“2 des Bundes der deutschen Katholische Jugend wird nicht nur der kirchliche Lehre von der Enthaltsamkeit bis zur Ehe und die Ablehnung der praktizierten Homosexualität widersprochen, man findet sogar folgenden Satz: „Christian hat im BDKJ schön drei Gesprächsabende zum Thema mitorganisiert. Er setzt sich für Dialog ein. …. Doch so sehr den Konservativen *Vorteile von Kondomen oder Abtreibung* verständlich machen möchte, schätzt Christian, dass die Kirche nicht jeden Trend mitmacht.“ Dass eine solche Aussage nichts mehr mit Katholizismus zu tun hat, wird wohl jedem klar sein – mit Vernunft übrigens auch nicht.

Selbst die Vertretung der Laien, das Zentralkomitee deutscher Katholiken, ist voll von Häresien. Ihr Vorsitzender Alois Glück, ist Mitglied bei „Domum Vitae“ einer Organisation, die gegründet wurde, als Johannes-Paul II. die Schwangerschaftsberatung für katholische Organisationen verbot. Damit widerspricht Glück einem klaren lehramtlichen Entscheid des apostolischen Stuhls. Die Gründerin von Ganzen war Glücks Vorgängerin Rita Waschbüsch.

Ungehorsam und Irrlehre sind aber Erfindung der Katholiken des 21. Jahrhunderts. Schon 1968 veröffentlichen die deutschen Bischöfe die „Königsteiner Erklärung“, in der sie die von der päpstlichen Enzyklika „Humanae Vitae“ dargelegte Lehre relativieren und behaupteten die Anwendung obliege dem Gewissen des Einzelnen. Gleich gingen auch die österreichischen Bischöfe vor mit ihrer „Mariatroster Erklärung.“ Spätere päpstliche Schriften, z.b die unmissverständliche Ablehnung des Frauenpriestertums durch Johannes-Paul II., wurden auch übergangen. Das hinderte das Zentralkomitee nicht das Diakonat der Frau zu fordern. Behauptungen wie die Kirche verbiete ja bloß das Priesteramt offenbaren wiedermal theologische Unwissenheit.

Die Bischöfe, obwohl Nachfolger der Apostel, sind nicht Garanten des treuen katholischen Glaubens. So leugnete Bischof Zollitsch vor laufenden Kameras den Sühntod Christi und sprach von einem Akt der „Solidarität.“ Allgemein findet man diesen Begriff auf katholischen Websites häufiger als den Christi. Auf der Hauptseite des BDKJ findet man Themen wie „Kritischer Konsum“, Informationen über ein FSJ und einen Medienkiosk Unter der Rubrik„Beschlüsse“ findet man bloß Kirchenpolitik, sonst nur „Jugend- und Gesellschaftspolitik“, „Internationales“, „Entwicklungspolitik“ usw. Aber selbst unter Kirchenpolitik findet man Beschlüsse wie „Demokratieförderpreis“ oder „Kirche wirtschaftet nachhaltig“, aber nichts über den katholischen Glauben. Schlimmer wird es erst bei „Mädchen- und Jugendpolitik“. Dort3 werden geschlechtergerechte Sprache, Geschlechterparität in Institutionen und eine Einbeziehung „weibliche[r] Erfahrungshorizonte“ gefordert. Die „geschlechtergerechte“ Sprache konnte man auch in der Bibel „In gerechter Sprache“ (freilich keine katholische Erfindung) bewundern. Dort wird aus „Vater unser“, „Vater-Mutter unser.“ Zum Vater im Taufbefehl tritt die Mutter, was – wie jeder Katholik weiß (oder wissen sollte) – die ganze Taufe ungültig macht. Für den BDKJ würde es keinen Unterschied machen das „K“ für katholisch durch ein „S“ für sozial“, oder „L“ für links zu ersetzen – viel katholisch in ohne Hin nicht drin.

Das ist aber die Wirkung des Rauches Satans, der den Sauerstoff Gottes auffrisst, sodass die Menschen auf die aller verstecktesten Ideen kommen …

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