Die wahre Verschwörung: Der Begriff Verschwörungstheorie

Wenn man mit Leuten, die man gemeinhin als „Verschwörungstheoretiker“ bezeichnet, diskutiert kommt oft der empörte Einspruch, man sei kein Verschwörungstheoretiker und sowieso sei das ein Propagandabegriff. In nicht wenigen Videos eben dieser Klientel beteuern die Redner immer keine Verschwörungstheoretiker zu sein, sondern rein faktenorientiert zu argumentieren.

Was ist aber eine Verschwörung? Es ist nichts anderes als Menschen, die sich verschwören ein bestimmtes Ziel zu erreichen, d.h heimlich treffen, um Plan x umzusetzen. Ein Beispiel dafür ist Gunpowder Plot; die Verschwörer planten den englischen König zu töten.

In der angelsächsischen Rechtstradition wird eine solche Conspiracy als Straftatbestand geführt, worunter man versteht, dass sich eine Gruppe von Menschen zusammentut, um Verbrechen zu begehen. Man könnte daher bei einer Conspiracy auch von einer kriminellen Vereinigung sprechen.

Was ist nun eine Theorie? Eine Theorie ist eine Aussage über ein bestimmtes Thema. Die Evolutionstheorie will uns sagen, wie die Arten entstanden sind; sie ist eine Aussage, die uns die Wirklichkeit erklären will.

Diese Definition im Kopf stellen wir fest, dass der Begriff des Verschwörungstheoretikern, auch wenn er negativ besetzt, vom Wortsinn her dennoch richtig ist, denn der Verschwörungstheoretiker stellt die Theorie auf, dass eine bestimmte Gruppe sich verschworen hat, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. So stellt man z.B die Theorie auf, dass sich die Beteiligten der NASA verschworen haben, um die Mondlandung vorzutäuschen.

Eine Verschwörungstheorie ist also eine Aussage, die besagt, dass sich eine Gruppe von Menschen heimlich zusammengeschlossen hat, um ein negatives Ziel zu erreichen. Die Theorie bezieht sich folglich auf die Existenz einer solchen Verschwörung.

Darum ist es auch absurd, wenn argumentiert wird, dass man bloß ein Verschwörungskritiker sei, denn man kritisiere schließlich diejenigen, die die Mondlandung, um bei unserem Beispiel zu bleiben, gefakt haben, denn der Disput ist nicht darüber, ob man solche Akte kritisieren soll, sondern ob sie überhaupt existieren. Logischerweise verteidigt es kaum jemand, wenn man ein Attentat begeht und es dann jemand anderem in die Schuhe schiebt. Die Kritiker bestreiten nur, dass in diesem Fall überhaupt eine Verschwörung, also z.B ein false flag attack stattgefunden hat.

Es ist eine leidige Sache überhaupt solche semantischen Probleme thematisieren zu müssen, weil sie Debatte über die Debatte sind. Wenn man über die Debatte debattiert, redet man nicht mehr über das eigentliche Thema.

Wenn man über 9/11, Kennedy oder die Mondlandung diskutiert, sollte man sich lieber darauf konzentrieren. Für beide Seiten wäre das fruchtbarer.

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